Manchmal entstehen die besten Kurztrips ziemlich spontan. Am Mittwochabend gebucht, am Freitagmorgen schon auf dem Weg nach Italien: Viel Vorlauf gab es bei meinem Kurztrip nach Limone sul Garda nicht.
Gegen 5:45 Uhr ging es bei Stuttgart los und nur wenige Stunden später lagen die Berge und der Gardasee vor mir.
Limone kannte ich natürlich von Bildern: kleine verwinkelte Gassen, steile Berge, Zitronen und direkt davor das tiefblaue Wasser des Gardasees. Dieses Mal wollte ich mir selbst ein Bild davon machen.
Für ein verlängertes Wochenende ging es deshalb nach Limone und Umgebung. Ohne großen Reiseplan, dafür mit genug Zeit, um den Ort zu erkunden, regionale Küche auszuprobieren, einen Abstecher nach Riva del Garda zu machen und ein paar Flaschen Wein direkt vom Weingut mit nach Hause zu nehmen.
Mein Fazit vorweg: Die spontane Entscheidung hat sich gelohnt und ich würde definitiv wiederkommen.
Limone selbst lässt sich zwar gut innerhalb eines halben Tages erkunden. Rund um den Gardasee gibt es aber so viel zu entdecken, dass sich auch ein längerer Aufenthalt lohnt.
Anreise nach Limone sul Garda
Meine Reise begann bei Stuttgart. Gegen 5:45 Uhr morgens ging es Richtung Italien. Bis Limone sul Garda waren es für mich rund 550 Kilometer, für die Google Maps etwa 6,5 Stunden reine Fahrzeit veranschlagte.
Mit einer kurzen Kaffee und Toilettenpause sowie einer Essenspause etwa 70 Kilometer vor dem Ziel kam ich gegen 13:00 bis 13:30 Uhr in Limone an.
Wer aus der Gegend um Stuttgart kommt, kann Limone damit durchaus für einen verlängerten Wochenendtrip erreichen. Eine frühe Abfahrt würde ich allerdings empfehlen. So hat man trotz der längeren Anreise noch einen großen Teil des ersten Tages am Gardasee.
Limone sul Garda: wunderschön, aber touristisch
Limone ist definitiv kein Geheimtipp. Gerade tagsüber sind viele Touristen unterwegs und ein großer Teil der Geschäfte besteht aus den klassischen Souvenir und Urlaubsläden.
Trotzdem hat mir der Ort sehr gut gefallen.
Besonders schön fand ich die kleinen Gassen, die Promenade und das gesamte Flair des Ortes. Gerade am Abend entwickelt Limone für mich einen besonderen Charme. Ein Getränk holen und damit einfach an der Promenade entlanglaufen oder irgendwo am Wasser sitzen gehört für mich fast schon dazu.
Für Limone selbst würde ich ungefähr einen halben Tag einplanen. Selbst wenn man gemütlich durch die Gassen läuft, sich die Geschäfte anschaut und an dem ein oder anderen Souvenirstand stehen bleibt, bekommt man in dieser Zeit schon sehr viel vom Ort mit.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sich nur ein Wochenende am Gardasee lohnt.
Ganz im Gegenteil: Limone eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt, um weitere Orte und die Umgebung rund um den Gardasee zu entdecken.
Parken in Limone
Parkplätze gibt es in Limone einige, kostenlos sind sie allerdings selten.
Bei der Touristeninformation befindet sich ein größeres Parkhaus. Auch im Bereich des Hafens gibt es Parkmöglichkeiten sowie einen zusätzlichen Parkplatz im Freien.
Bei meinem Aufenthalt lagen die Preise bei:
Erste Stunde: 3,30 €
Jede weitere Stunde: 2,50 €
Tagesticket: 15 €
Vereinzelt gibt es auch kostenlose Parkplätze. Nach meiner Erfahrung waren diese allerdings bereits gegen 9 Uhr morgens belegt.
Wer etwas außerhalb übernachtet, muss nicht zwingend jedes Mal mit dem Auto nach Limone fahren. Von Tremosine nach Limone fährt beispielsweise ein Bus. Eine Fahrt kostet etwa 2 € und kann über die Hello Bus App gebucht werden.
Baden in Limone: Wasserschuhe nicht vergessen
Wer an den Gardasee fährt, möchte im Sommer wahrscheinlich irgendwann ins Wasser.
Dabei sollte man wissen, dass man rund um Limone vor allem Kiesstrände findet. Auch im Wasser befinden sich teilweise ziemlich spitze Steine.
Meine Empfehlung ist deshalb ziemlich eindeutig:
Wasserschuhe einpacken.
Damit wird der Weg ins Wasser deutlich angenehmer.
Meine Unterkunft: Hotel Maxi in Bassanega
Übernachtet habe ich nicht direkt in Limone, sondern etwas oberhalb des Gardasees im Hotel Maxi in Bassanega.
Für meinen Aufenthalt von Freitag bis Montag habe ich 345 € bezahlt.
Das familiengeführte 3 Sterne Hotel bietet Übernachtung mit Frühstück. Das Frühstück wird von 8:00 bis 10:00 Uhrangeboten, die Hotelbar ist von 15:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.
Eine rund um die Uhr besetzte Rezeption gibt es nicht. Entsprechend ist auch die Anreise zwischen 15:00 und 19:00 Uhrvorgesehen.
Besonders positiv fand ich die persönliche Atmosphäre. Die Familie war sehr herzlich und man hatte das Gefühl, dass wirklich versucht wird, auf die Wünsche der Gäste einzugehen.
Auch bei der Sauberkeit gab es für mich nichts auszusetzen. Die Zimmer waren sehr sauber, sind allerdings mittlerweile etwas in die Jahre gekommen.
Im Sommer ist außerdem erwähnenswert, dass es zumindest in meinem Zimmer keine Klimaanlage, sondern einen Ventilator gab.
Zum Hotel gehört auch ein Pool. Dieser ist vollkommen ausreichend, um nach einem Ausflug noch ein paar entspannte Stunden am Wasser zu verbringen.
Würde ich wieder im Hotel Maxi übernachten?
Für einen Kurztrip wie diesen: ja.
Für einen längeren Sommerurlaub würde ich persönlich allerdings eher wieder ein 4 Sterne Hotel mit Klimaanlage und etwas mehr Komfort wählen.
Zum Vergleich hatte ich mir vor der Reise auch das Hotel Astor angesehen. Für denselben Zeitraum wären dort ungefähr 880 € fällig gewesen.
Der Unterschied ist erheblich. Für ein Wochenende waren die 345 € im Hotel Maxi für mich deshalb ein guter Kompromiss. Bei einer ganzen Urlaubswoche wäre mir der zusätzliche Komfort dagegen wahrscheinlich den Aufpreis wert.
Essen in Limone und Umgebung
Essen gehört für mich zu einem Italienurlaub einfach dazu. Während meines Kurztrips habe ich deshalb bewusst unterschiedliche Restaurants ausprobiert und nicht jeden Abend am selben Ort gegessen.
Ristorante La Agrumeto
Mein erster Abend führte mich ins Ristorante La Agrumeto.
[Hier setzen wir noch den bereits ausführlich ausgearbeiteten Erfahrungsbericht mit deinen Bildern ein.]
Agriturismo Alpe del Garda
Am Samstag wollte ich etwas regionaler essen und entschied mich für das Agriturismo Alpe del Garda.
Interessant für Alleinreisende: Online konnte ich keinen Tisch für eine Person reservieren, da das Reservierungssystem erst Reservierungen ab zwei Personen zuließ.
Davon habe ich mich allerdings nicht abschrecken lassen und bin einfach hingefahren. Vor Ort bekam ich problemlos einen Platz.
Als Vorspeise gab es Gnocchi mit Käsefüllung. Anschließend hatte ich einen Salzbraten auf italienische Art mit Bohneneintopf.
Dazu kamen ein 0,4 Liter Bier und eine Flasche Wasser.
Für alles zusammen habe ich 39 € bezahlt.
Besonders interessant ist die Herkunft einiger Produkte: Das Agriturismo produziert eigenen Käse und Fleisch aus der eigenen Tierhaltung.
Wer abseits der touristischeren Restaurants am See etwas Regionales ausprobieren möchte, sollte sich das Alpe del Garda deshalb merken.
Ristorante Dal Bigaröla
Mein letztes Abendessen führte mich ins Ristorante Dal Bigaröla.
Hier wollte ich noch einmal bewusst Gerichte aus der Region ausprobieren.
Auf dem Tisch landeten Coregone del Garda, ein Fisch aus dem Gardasee, mit Pommes sowie I Capù, ein regionales Gericht, bei dem eine Füllung in Mangold eingerollt und anschließend in Scheiben serviert wird.
Dazu kamen Spaghetti Sarde Lago, ein Forst Bier und Mineralwasser.
Das Essen war wirklich sehr gut und für mich eine klare Empfehlung.
Je nachdem, welchen Tisch man bekommt, hat man außerdem einen schönen Ausblick über den Gardasee.
Für das gesamte Abendessen habe ich inklusive Coperto 58,50 € bezahlt.
Achtung bei der Parkplatzsuche
Wer mit dem Auto kommt, sollte bei der Parkplatzsuche genau hinschauen.
Die Zufahrt zum Parkplatz geht direkt von der Via IV Novembre ab und ist relativ leicht zu übersehen. Auf den ersten Blick sieht die Einfahrt eher wie ein Fußweg aus.
Als Orientierung kann man nach dem „Geöffnet“ Schild Ausschau halten. Dort befindet sich die Zufahrt.
Genau so ein Detail hätte ich selbst gerne vorher gewusst.
Coperto in Limone: Was kommt zusätzlich auf die Rechnung?
Wer zum ersten Mal in Italien essen geht, wird auf vielen Rechnungen das Coperto entdecken.
Dabei handelt es sich um eine Gedeckgebühr pro Person und nicht um Trinkgeld.
Während meines Aufenthalts konnte ich einen kleinen Unterschied zwischen den zentral gelegenen Restaurants und denen außerhalb beobachten.
Im Bereich der Innenstadt habe ich teilweise 2,50 € pro Person bezahlt. Etwas außerhalb waren es 2 € beziehungsweise 1,50 €.
Das sind natürlich keine allgemeingültigen Preise für Limone, sondern lediglich meine Erfahrungen während dieses Aufenthalts.
Ausflug nach Riva del Garda
Von Limone aus lohnt sich definitiv ein Abstecher nach Riva del Garda.
Riva empfand ich als deutlich ruhiger als Limone, ohne dass der Ort dadurch weniger schön wäre.
Wenn ich mich allerdings für einen Abend entscheiden müsste, würde ich persönlich die Promenade von Limone bevorzugen. Das Zusammenspiel aus kleinen Gassen, Restaurants, Menschen und Gardasee hat dort abends einfach seinen eigenen Charme.
Wein vom Gardasee: Besuch bei Comai
Wenn ich aus einer Weinregion zurückkomme, darf natürlich auch eine Flasche für zuhause nicht fehlen.
In Riva besuchte ich deshalb das Weingut Comai.
Vor dem Kauf konnte ich zwei Weine probieren: den roten Morèr Rebo und den Busat Rosé. Beide haben mir so gut gefallen, dass am Ende zwei Flaschen Rotwein und eine Flasche Rosé mit nach Deutschland durften.
Für die drei Flaschen habe ich insgesamt 61 € bezahlt.
Wer mehr möchte als nur vor dem Kauf einen Wein zu probieren, kann bei Comai zu bestimmten Terminen auch eine richtige Weinverkostung buchen. Dabei geht es nicht nur um die Weine selbst, sondern auch um die Geschichte des Weinguts und die Produktion.
Für mich war der Besuch eine schöne Möglichkeit, ein etwas persönlicheres Souvenir vom Gardasee mit nach Hause zu nehmen.
Was kostet ein Kurztrip nach Limone?
Eine exakte Kostenaufstellung habe ich nicht geführt. Überschlagen habe ich für das komplette Wochenende ungefähr 900 € ausgegeben.
Darin enthalten waren unter anderem Unterkunft, An und Abreise inklusive Sprit und Maut, Parken, Restaurants und Getränke, Einkäufe sowie die drei Flaschen Wein für 61 €.
Wichtig dabei: Ich habe nicht versucht, besonders günstig zu reisen. Ich war im Urlaub, bin essen gegangen, wenn ich Lust darauf hatte, habe mir Getränke gegönnt und beim Wein ebenfalls nicht auf jeden Euro geschaut.
Limone lässt sich deshalb sicherlich deutlich günstiger besuchen.
Wie viel Zeit sollte man für Limone einplanen?
Für Limone selbst reicht meiner Meinung nach ungefähr ein halber Tag, wenn man den Ort kennenlernen möchte.
Wer durch jede Gasse läuft, in den Souvenirläden stöbert, gemütlich etwas trinkt und vielleicht noch essen geht, kann natürlich problemlos länger bleiben.
Für einen gesamten Aufenthalt am Gardasee würde ich dagegen mehrere Tage einplanen.
Denn Limone ist letztendlich nur ein kleiner Teil dessen, was die Region zu bieten hat.
Riva del Garda, Tremosine, Aussichtspunkte, Restaurants, Weingüter, Baden und zahlreiche weitere Orte sorgen dafür, dass einem auch bei einem längeren Aufenthalt nicht langweilig werden muss.
Mein Fazit: Lohnt sich Limone sul Garda?
Definitiv.
Limone ist touristisch und teilweise sehr voll. Wer einen ruhigen italienischen Geheimtipp ohne Souvenirläden und Menschenmengen sucht, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich.
Trotzdem hat mir der Ort ausgesprochen gut gefallen.
Die kleinen Gassen, die Promenade, der Gardasee und das gesamte Flair machen Limone für mich zu einem Ort, an den ich gerne zurückkehren würde.
Und obwohl man Limone selbst relativ schnell erkundet hat, würde ich beim nächsten Mal durchaus länger am Gardasee bleiben.
Denn der eigentliche Reiz liegt für mich nicht nur in Limone, sondern darin, von dort aus die gesamte Region zu entdecken.
Und vielleicht passt zu diesem Kurztrip gerade deshalb am besten, wie er überhaupt angefangen hat: Mittwochabend spontan gebucht und Freitagmorgen einfach losgefahren.
Manchmal braucht es eben keine wochenlange Planung.
Ich würde definitiv wiederkommen.